
Eröffnung des Central-Hotels an der Friedrichstraße mit einem „Jardin de Plaisanterie“ beziehungsweise Wintergarten für die Hotelgäste. Der herrliche, glaspalastartige Gartensaal ist etwa 2000 qm groß. Geschmückt mit Palmen, immergrünen Strauch- und Schlinggewächsen, Springbrunnen und Grotten lädt er die Gäste des feinen Hotels zum Flanieren ein und eignet sich vorzüglich als Rahmen für prunkvolle Diners und Festveranstaltungen. Bereits in diesem Jahr finden erste Konzertveranstaltungen statt.
Der Wintergarten wird zum Programm- und Verzehrtheater.
Es werden erste kleine Varieté-Vorstellungen mit Akrobaten und Zauberkünstlern gegeben.
Das Renommé des Hauses wird mit Gastspielen berühmter Stars wie Saharet, Mistinguett und Yvette Guilbert begründet.
Die Brüder Skladanowsky bringen einen extravaganten Programmpunkt auf die Bühne: Die Weltpremiere des Kinematographen.
Unter den circa 80 Berliner Varietés rangiert der Wintergarten ganz vorne. Kein Novum, keine Sensationsnummer und keiner der großen Unterhaltungskünstler kommt mehr am Wintergarten vorbei. Bald zu einer Art „Gotha“ des Varietés geworden, gastieren hier viele Stars der Oper wie auch der Manege: die bekanntesten Girl-Trupps, virtuose Artisten, die Clowns Grock und Charlie Rivel, der Wunderjongleur Rastelli ebenso wie der Entfesselungskünstler Houdini.
In den Zwanzigern sind es neben den typischen exzentrischen Moden und originellen Talenten vor allem Claire Waldoff und Otto Reutter, die das Gesicht des Wintergartens prägen.
Nach 56 Jahren Spielbetrieb und einer letzten Vorstellung am 21. Juni wird der Wintergarten durch einen Bombenangriff zerstört. Damit liegt die spektakulärste Schaubühne der Artistik, die Deutschland bis dahin gekannt hat, in Schutt und Asche. Zurück bleibt die Legende eines großen Namens: Wintergarten Varieté.

Am 25. September wird das Wintergarten Varieté in der Potsdamer Straße mit einer glanzvollen Premiere als Hommage an den alten Wintergarten neueröffnet und begeistert auf Anhieb die Berliner und ihre Gäste. Die Presse jubelt: Berlin hat wieder seinen Wintergarten!
Inzwischen erfreut sich der Wintergarten nicht mehr nur bei den Berlinern großer Beliebtheit. Im Verlauf der ersten Jahre sahen weit mehr als 2 Mio. Besucher die aufwendig produzierten Shows.
Durch Mundpropaganda und die Medien erreicht der Wintergarten auch international ein breites Publikum. Nicht zu unrecht vom Time Magazine als Kultur-Tipp für Europa empfohlen, hat sich der Wintergarten, der in seinem Programm weitgehend ohne Worte auskommt und deshalb kaum Sprachbarrieren kennt, schnell zu einem weithin gerühmten Publikumsmagneten entwickelt.
Peter Schwenkow verkauft den Wintergarten an eine Investorengruppe um den langjährigen Geschäftsführer Georg Strecker und dessen Partner Frank Reinhardt.
Georg Strecker verlässt das Haus, und Frank Reinhardt führt allein die Geschäfte weiter. Im Sommer 2008 muss der Wintergarten Insolvenz anmelden, spielt aber dennoch zunächst weiter.
Das Wintergarten Varieté stellt seinen Spielbetrieb ein, der letzte Vorhang der Show „Orientalis“ fällt am 31.1.2009.

Mitte 2009 findet sich ein neuer Betreiber für den Wintergarten mit seinen knapp 500 Plätzen: die Arnold Kuthe Entertainment GmbH. Deren Gesellschafter waren bereits seit Neugründung des Wintergartens Vermieter der Räumlichkeiten und hatten sich im Frühjahr 2009 entschlossen, in einem ersten Schritt das Inventar und die Namensrechte zu erwerben, um das Theater als solches spielfertig und die Marke Wintergarten am Markt zu erhalten.
Das Haus wird zunächst für ein dreimonatiges Gastspiel der New-Burlesque-Show „Black Flamingo“ an die Deutsche Entertainment AG vermietet. Parallel hierzu beginnen die Vorbereitungen für eine eigene ganzjährige Bespielung.
„Die Fabelhafte Varieté Show“ mit Varietésängerin und Conférencière Meret Becker bildet am 5. Februar 2010 mit einer glanzvollen Premiere den festlichen Auftakt zur Wiedereröffnung des Berliner Wintergarten Varietés an der Potsdamer Straße – eine wunderbar verspielte, feinsinnige, skurrile, poesievolle Hommage an die Kunstform Varieté und deren Wurzeln.
Fast genau ein Jahr nach der Schließung wird das Theater nun wieder ganzjährig mit drei eigenproduzierten Varieté-Shows bespielt.
Die zweite Show im Jahr „Made in Berlin“ unter der Regie von Markus Pabst/ Base Berlin führt den Erfolg der ersten fort – eine frische, freche Show, die den Sound der Hauptstadt und das Lebensgefühl Berlins feiert: „Mehr Berlin geht nicht!“ (Berliner Morgenpost).