MARK SCHEIBES WILDE BÜHNE IM WINTERGARTEN BERLIN

Regie: Stefan Warmuth
29. Oktober 2010 bis 29. Januar 2011
Premiere 02. November 2010

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie eigentlich ein Song entsteht? Jetzt können Sie allabendlich Zeuge werden, wenn Mark Scheibe als Gastgeber der Wilden Bühne im Wintergarten Varieté, Wortinspirationen aus dem Publikum aufnimmt und nach der Pause zu einer Uraufführung mit seinem Orchester einstudiert. Das Publikum ist Autor und Chor zugleich. Da sind Lacher vorprogrammiert.

So wie bei der bezaubernd unschuldig frivolen Amélie Venisse, die gar nicht abwarten kann, mit ihren endlos langen Beinen etwas unbeholfen auf Highheels zu ihrem Akkordeonvortrag auf die Bühne zu tippeln. Das ist mal schüchtern, mal herrlich provokant. Immer wieder taucht die Französin auf und verführt das Publikum auf ihre eigene Art.

Mark Scheibes Wilde Bühne inspiriert mit ihrer Musik die Akrobaten des Abends. Es entstehen spektakuläre Darbietungen und humorvolle Einlagen. Während ihres Auftritts beginnt die Sängerin Mercedes Chenard mit atemberaubenden Verrenkungen. Ohne mit dem Singen aufzuhören und sich etwas anmerken zu lassen, entstehen dabei die irrwitzigsten Posen einer Kontorsion auf höchstem Niveau. Sie entpuppt sich als humorvolle Charakterdarstellerin, während Emilie und Menno in ihrem Juggling Tango jonglierend tanzen und tanzend jonglieren. Zu südamerikanischen Klängen und komplizierten Schrittfolgen fliegen Bälle und Keulen um das tanzende Paar.

Mark Scheibe baut Welten aus Liedern, erzählt Geschichten von Geldautomaten und schrägen Vögeln, von Berlin und natürlich der Liebe. Er haut in die Tasten, singt schmissige Songs und sanfte Balladen. Dazu formt das Duo Strakhov lebendige Klangbilder mit ihren gestählten Körpern. Das 12-köpfige Orchester treibt sie unter dem Beifall des Publikums von einem Kraftakt zum nächsten.

Die helfende Hand an diesem Abend ist der Butler Antoine, dargestellt vom französischem Künstler Gilles le Leuch, einem Bretonen, der mit stoischer Gelassenheit den ruhenden Pol auf dieser wilden Bühne bildet und unbeeindruckt von den etwas chaotischen Auswüchsen seines Gastgebers bleibt. Wenn er dann auch noch mit einem musikalischen Kontrastprogramm seine Diabolos zu den Klängen des Kaiserwalzers zum Tanzen bringt, hat er das Publikum ganz für sich gewonnen.

Mark Scheibes Wilde Bühne ist eine Hommage an die Varieté-Shows der 20er Jahre und bleibt doch in der heutigen Zeit. Er nimmt uns mit auf eine musikalische Reise mit Gästen, die für Staunen im Saal sorgen, wie es dem finnischen Duo Trapeze hoch oben in der Luft ein ums andere Mal gelingt. Während sie der musikalische Leiter des Abends an der Hammond-Orgel anfeuert, vollführen Mirja und Sanna halsbrecherische Figuren, die den Atem stocken lassen.

„Die Geißel der Wollust entzündet sich peitschend auf dem Gesäß der Begierde.” Wer solche Zeilen schreibt und sich dann im Smoking an den Flügel setzt, bei dem muss man sich nicht wundern, wenn es auf seiner Bühne wild zugeht. Mark Scheibe kann damit umgehen und freut sich jeden Abend auf sein Publikum:
„Es ist schön, dass Sie gekommen sind. Musik ist Liebe.”

(Änderungen vorbehalten)

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Mark Scheibe

Mark Scheibe ist Komponist und Sänger. Er hat als Ballett-Repetitor, Theaterkomponist, Filmmusik-Produzent, Notensetzer, Chorleiter und Arrangeur gearbeitet und war als Komponist im Berliner Ensemble, dem Bremer Theater und dem Maxim Gorki Theater ebenso zuhause wie als Begleiter des NDR-Satiremagazins EXTRA3. Und er ist Sieger derRadio Fritz Nacht der Talente 2007. Seit 2007 leitet Scheibe das mehrfach ausgezeichnete Bildungs-, Kultur- und Musikförderungsprojekt MELODIE DES LEBENS mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Als musikalischer Leiter der RBB-Talkshow DICKES B mit Jörg Thadeusz war er für fast drei Jahre mit dem Babelsberger Filmorchester einmal monatlich fernsehpräsent. Außerdem spielte und schrieb er bereits mit und für Milva, die Kessler-Zwillinge, JoyDenalane, Mieze Katz (MIA), Silbermond, TELE, Cora Frost, Patrice, Bernd Begemann, Bodo Wartke, Olli Dittrich, Polarkreis 18, Mellow Mark, Angela Winkler, Oliver Polak, Suzie Kerstgens (Klee), Sven van Thom, Rainald Grebe, Sebastian Krämer, P.R. Kantate, Elke Brauweiler (Paula), Nagel (Muff Potter), Thomas Godoj, Sportfreunde Stiller, Miss Platnum, Sharon Brauner, Regy Clasen, Tim Fischer, Paul van Dyk, Götz Alsmann, Jördis Triebel, Frank Dellé (Seeed), Oceana, Cora Frost, Guido Schneider, Thees Ullmann (Tomte), Inga Humpe (2raumwohung), Gentleman und Element of Crime.

Sylvette Boudreau (06.01. - 29.01.2011)

Duo Strakhov (Ukraine)

Ebenfalls zum ersten Mal in Berlin zu sehen: Mit temporeicher, kraftvoller Akrobatik und großem Charme begeistern Illya und Danylo Strakhov als Duo Strakhov ihre Zuschauer. Sie stammen aus einer bekannten ukrainischen Zirkusfamilie. Als einziges Zwillingspaar ihres Genres kombinieren die beiden schauspielerisches Talent mit starker Akrobatik.

Gilles Le Leuch

Ohne Worte, aber immer mit einem Augenzwinkern, gibt der französische Künstler Gilles Le Leuch mal den tranigen Butler Antoine, mal den Meister des Diabolo-Spiels. Mit ihm scheint die Zeit etwas langsamer zu laufen.

DuoTrapeze (Finnland)

Das Duo Trapeze sind Mirja Jauhiainen und Sanna Kopra. Sie stammen ursprünglich aus Finnland und haben ihre Zirkus-Ausbildung in Stockholm bei „Cirkuspiloterna“, der Schule für zeitgenössische Zirkuskunst, erhalten. Nach ihrem Abschluss 2004 arbeiteten sie in den verschiedensten Künstler-Gruppen und für Produktionen wie „Cirkus Cirkör“ (Schweden) und „Dance Theatre Hurjaruuth“ (Finnland).

Mercedes Chenard (Kanada)

Eine weltweit einzigartige Kontorsion zeigt Mercedes Chenard. Denn während ihrer atemberaubenden artistischen Darbietung singt sie sich gleichzeitig mit ihrer schönen und ausdrucksstarken Stimme in die Herzen ihres Publikums. Kontorsionistin, Sängerin und humorvolle Charakterdarstellerin in einer Person: Mercedes Chenard aus Kanada.

Juggling Tango (Frankreich & Holland)

Die französische Tänzerin Emily Weisse und der holländische Jongleur Menno van Dyke, auch abseits der Bühne ein Paar, präsentieren den „Juggling Tango“, einen explosiven und romantisch choreographierten Mix aus Jonglage und Tango-Tanz. Auch sie präsentieren sich zum ersten Mal in Berlin.

Amélie Venisse (Frankreich) bis 31.12.2010

Als die hübsche Französin an der Brüsseler „Ecole Supérieure des Arts du Cirque“ das Swinging Trapez lernte, begann sie, auch das Komische in ihre artistische Arbeit zu integrieren. Mit ihrer Charakter-Nummer „Mademoiselle Cerise“ ist sie nun das erste Mal in Berlin. Im Abendkleid und bewaffnet mit ihren endlos langen Beinen bietet sie die perfekten Voraussetzungen für einen eleganten Auftritt. Doch sie spricht nicht, denn sie singt. Und spielt dazu auf ihrem Akkordeon. Das alles ist schräg, bezaubernd schön und irgendwie ein bisschen verrückt.

Trailer

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